Gruselmasken neben Gummibärchen, Kürbisse im XXL-Format und Kinder, die an der Kasse schon von ihrem Kostüm erzählen: Ende Oktober ist Halloween auch im Markt angekommen. Vor ein paar Jahrzehnten hätte das in Deutschland kaum jemand gefeiert – heute ist es für den Handel ein fester Termin im Kalender. Aber warum eigentlich? Und was bedeutet das für dich als Azubi bei NIEMERSZEIN?

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Von Rüben zu Kürbissen: Woher Halloween kommt
Die Wurzeln von Halloween liegen beim keltischen Fest Samhain, das das Ende der Erntezeit und den Beginn des Winters markierte. Der Name selbst geht auf „All Hallows‘ Eve“ zurück, den Abend vor Allerheiligen. Irische Auswanderer:innen brachten den Brauch im 19. Jahrhundert mit in die USA. Spannend: Die ersten Laternen wurden in Irland aus Rüben geschnitzt. Erst in Amerika setzte sich der Kürbis durch – weil er größer, leichter zu bearbeiten und überall zu haben war.
Wie Halloween nach Deutschland kam
In Deutschland wurde Halloween erst in den 1990er-Jahren richtig bekannt. Oft wird erzählt, dass die Kostüm- und Partybranche nach dem ausgefallenen Karneval 1991 nach einem neuen Anlass zum Verkleiden suchte. Dazu kamen Filme und Serien aus den USA – und später Social Media. Heute ziehen Kinder durch die Nachbarschaft, Erwachsene feiern Mottopartys und viele machen es sich einfach mit einem gruseligen Filmabend gemütlich.
Was Halloween im Markt verändert
Für den Lebensmitteleinzelhandel ist Halloween inzwischen eine kleine Saison für sich. Ein paar Wochen vorher verändern sich Sortiment und Platzierungen deutlich:
- Süßigkeiten in Kleinpackungen – für alle, die an der Haustür vorbereitet sein wollen
- Schnitz- und Speisekürbisse – von der Deko bis zur Suppe
- Partysnacks und Getränke – Chips, Fingerfood und alles für den Filmabend
- Backzutaten – für Gruselmuffins, Spinnen-Cupcakes und Kekse in Geisterform
- Deko-Artikel – Kerzen, Servietten und Kleinigkeiten mit Kürbis- oder Fledermausmotiv
Planung beginnt Wochen vorher
Damit das klappt, wird schon früh geplant: Welche Mengen werden bestellt, wo steht die Aktionsfläche und wann wird sie aufgebaut? Gleichzeitig rücken direkt danach Lebkuchen und Adventskalender nach. Als Azubi erlebst du hier hautnah, wie schnell eine Saison in die nächste übergeht.
Hamburger Besonderheit: der Reformationstag
In Hamburg kommt eine Sache dazu, die viele Azubis im ersten Jahr überrascht: Der 31. Oktober ist hier seit 2018 ein gesetzlicher Feiertag. Halloween und Reformationstag fallen also auf denselben Tag – und die Märkte bleiben geschlossen. In diesem Jahr ist das ein Samstag. Für dich heißt das: Der große Halloween-Einkauf verlagert sich auf Freitag, den 30. Oktober. Volle Kassen, leere Süßigkeitenregale und jede Menge Nachfüllarbeit sind da quasi vorprogrammiert. Plane also mit deinem Team rechtzeitig, welche Ware vorher bereitstehen muss.
Schnitzkürbis oder Suppenkürbis?
Eine Frage, die dir jetzt sicher an der Obst- und Gemüseabteilung begegnet. Hier ein kleiner Spickzettel: Der klassische Halloween-Kürbis ist zum Schnitzen gemacht, sein Fruchtfleisch ist aber eher wässrig. Hokkaido eignet sich perfekt für Suppe und kann sogar mit Schale gegessen werden. Butternut ist mild und cremig, ideal für Ofengemüse. Und ganz wichtig: Zierkürbisse sind nur zum Anschauen da und nicht zum Essen. Mit diesem Wissen berätst du Kund:innen sicher und kompetent.
Deine Chance: Eigene Ideen einbringen
Halloween ist der perfekte Anlass, um selbst kreativ zu werden. Schau dich im Markt um: Welche Produkte passen zusammen und verkaufen sich gemeinsam besser? Ein Hokkaido neben Ingwer, Kokosmilch und einem Rezeptkärtchen für Kürbissuppe? Eine kleine Gruselecke mit Süßigkeiten, Servietten und Kerzen? Solche Ideen zeigen Eigeninitiative und genau die ist im Handel gefragt. Sprich deine Vorschläge bei deiner Abteilungs- oder Marktleitung an – oft wird mehr möglich, als du denkst.
Fazit: Mehr als nur Grusel
Halloween zeigt ziemlich gut, wie Handel funktioniert: Bräuche verändern sich, Kund:innen entdecken neue Anlässe und der Markt reagiert darauf – mit Sortiment, Platzierung und guter Planung. Wer versteht, warum ein Fest plötzlich wichtig wird, kann Trends nicht nur begleiten, sondern selbst mitgestalten.



