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Warum eigentlich? So überlebt die Kühlkette 30 Grad

Draußen flimmert der Asphalt, die Elbe ruft und halb Hamburg schwitzt – aber im Markt liegt der Fisch auf Eis, das Eis in der Truhe und der Joghurt bleibt schön kühl. Für Kund:innen ist das selbstverständlich. Dass dahinter ein durchgetaktetes System steckt, an dem du als Azubi jeden Tag mitarbeitest, sieht kaum jemand. Zeit, das mal zu ändern: Warum eigentlich funktioniert die Kühlkette auch bei 30 Grad?

www.esther-eberhardt.de

Was ist die Kühlkette überhaupt?

Die Kühlkette beschreibt den Weg eines gekühlten oder tiefgekühlten Produkts vom Hersteller über den Transport bis in die Kühltheke – und zwar ohne Unterbrechung. Jedes Glied dieser Kette muss die vorgeschriebene Temperatur halten, sonst leidet die Qualität oder das Produkt wird sogar zum Gesundheitsrisiko. Im Lebensmitteleinzelhandel ist die Kühlkette deshalb kein „Nice to have“, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Und im Sommer wird sie jeden Tag aufs Neue auf die Probe gestellt.

Der kritischste Moment: die Warenannahme

Wenn morgens der Kühl-Lkw an der Rampe steht, zählt jede Minute. Zwischen Laderaum und Kühlhaus darf die Ware nicht lange in der warmen Sommerluft stehen. Deshalb gilt: Gekühltes und Tiefgekühltes wird immer zuerst angenommen, kontrolliert und sofort weggeräumt – noch vor den Paletten mit Nudeln oder Konserven.

Zur Kontrolle gehört auch das Temperaturmessen. Mit einem Thermometer wird stichprobenartig geprüft, ob die Ware korrekt gekühlt ankommt. Stimmt etwas nicht, wird die Lieferung reklamiert. Das klingt streng, schützt aber am Ende alle.

Im Hochsommer kommt noch ein Detail dazu: Auch der Weg von der Rampe ins Kühlhaus wird bewusst kurz gehalten. Rollcontainer mit Frischware stehen nie „mal eben“ in der Sonne, sondern werden direkt weitergeschoben.

Diese Temperaturen musst du kennen

Nicht jedes Produkt braucht dieselbe Kälte. Ein paar wichtige Richtwerte aus dem Marktalltag:

  • Tiefkühlware: –18 °C, ohne Wenn und Aber
  • Hackfleisch: maximal +2 °C – das empfindlichste Produkt im Markt
  • Geflügel: maximal +4 °C
  • Frischer Fisch: auf Eis, möglichst nahe 0 °C
  • Milchprodukte: durchgehend gekühlt bei maximal +8 °C

Im Markt: Truhen, Theken und offene Türen

Auch auf der Verkaufsfläche geht die Arbeit weiter. Kühlmöbel werden regelmäßig abgelesen und die Temperaturen dokumentiert. Beim Einräumen gilt das Prinzip „kurze Wege“: Tiefkühlware wandert direkt vom Kühlhaus in die Truhe, nicht erst eine Runde durch den Markt. Und dann sind da noch die kleinen Dinge, die im Sommer den Unterschied machen: Truhendeckel schließen, Nachtrollos herunterziehen, keine Ware über die Stapelmarke türmen. 

Und was passiert, wenn die Kette reißt?

Fällt ein Kühlmöbel aus oder wurde Ware zu lange ungekühlt gelagert, gilt: lieber einmal zu vorsichtig als einmal zu wenig. Betroffene Produkte werden geprüft und im Zweifel aussortiert, die Technik wird sofort gemeldet. Einmal aufgetaute Tiefkühlware darf zum Beispiel nicht wieder eingefroren und verkauft werden.

Warum das für dich als Azubi relevant ist

Ob Warenannahme, MHD-Kontrolle oder das Ablesen der Truhen: Als Azubi übernimmst du hier früh echte Verantwortung. Gleichzeitig ist das Thema prüfungsrelevant, denn Fragen zu Lagerung und Hygiene tauchen in der Berufsschule und in der Abschlussprüfung garantiert auf.

Der größere Zusammenhang

Eine funktionierende Kühlkette schützt nicht nur die Gesundheit der Kund:innen, sie verhindert auch Lebensmittelverschwendung. Jedes Produkt, das wegen einer Temperaturpanne entsorgt werden muss, ist verlorene Arbeit, verlorenes Geld und ein unnötiger Beitrag zur Tonne. Bei NIEMERSZEIN gehört der sorgsame Umgang mit Frische deshalb zum Selbstverständnis – bei jedem Wetter.

Für euch da

Hi, ich bin Laura. Ich schreib‘ die Stories hier – aber ohne unsere Azubis geht nix. Das ist der Blog für euch. Ihr habt Fragen, Ideen oder Themen? Super, dann schreibt mir gleich:

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